1.500 unbesetzte Lehrerstellen über zwei Jahrzehnte – ein Fehler mit Folgen

Veröffentlicht am 18.07.2025 in Wahlkampftagebuch

Die nun bekannt gewordene Datenpanne im Landesamt für Besoldung und Versorgung hat ein besorgniserregendes Ausmaß: Rund 1.500 Lehrerstellen wurden offenbar über 20 Jahre hinweg nicht besetzt. Für den SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch ist klar: Dieser Vorgang ist weit mehr als eine technische Panne – er ist ein bildungspolitisches Versagen.

„Es ist schockierend, dass rund 1.500 Lehrerstellen 20 Jahre lang nicht besetzt wurden“, so Stoch. Er fordert eine umfassende Aufklärung und klare politische Konsequenzen: „Wie konnte das so lange unentdeckt bleiben? Die Landesregierung muss sicherstellen, dass so etwas künftig nicht noch einmal passiert und Kontrollmechanismen rechtzeitig greifen.“

Leidtragende sind die Schülerinnen und Schüler

Die Folgen dieses Fehlers tragen vor allem Kinder und Jugendliche. Unterrichtsausfälle, überlastete Lehrkräfte und ein seit Jahren spürbarer Mangel an pädagogischem Personal prägen vielerorts die Realität. „Die Leidtragenden dieses fundamentalen Fehlers sind unsere Kinder, deren Unterricht aufgrund des Lehrkräftemangels immer wieder ausgefallen ist“, betont Stoch.

Jetzt handeln: Lehrerstellen schnell nachbesetzen

Die positive Nachricht: Die bislang fehlenden Stellen tauchen nun endlich in der Statistik auf. Doch daraus erwächst eine klare Verpflichtung: „Diese knapp 1.500 Lehrerstellen müssen so schnell wie möglich nachbesetzt werden. Das werden wir als Opposition kontrollieren – und genau darauf schauen, wo diese Stellen zugeordnet werden“, kündigt Stoch an.

Ein besonderes Problem zeigt sich bereits im kommenden Schuljahr: 1.287 Bewerberinnen und Bewerber stehen nur 519 ausgeschriebenen Stellen an Gymnasien gegenüber. Stoch macht deutlich, dass hier dringend nachgesteuert werden muss – nicht nur an den Gymnasien, sondern an allen Schularten.

Verantwortung, Kontrolle und eine Unterrichtsgarantie

Die SPD erwartet von der Landesregierung Transparenz, Aufarbeitung und Konsequenz. Die Fragen liegen auf dem Tisch:

  • Wie konnte der Fehler über zwei Jahrzehnte unentdeckt bleiben?

  • Wo waren Kontrolle und Verantwortung?

  • Warum werden trotz Lehrkräftemangel nicht alle Referendarinnen und Referendare übernommen?

Für uns steht fest: Baden-Württemberg braucht eine Unterrichtsgarantie. Bildung braucht Verlässlichkeit – und jede einzelne Lehrkraft zählt. Wir bleiben dran und schauen genau hin.